Kopftuchgeschichten zu Weihnachten.

Während meinen Beschäftigungen außer Haus stecke ich mein Handy wenn ich telefoniere immer in mein Kopftuch, so dass ich beide Hände frei habe, wenn ich etwas tun muss. Dies auch während meinem Einkauf in einem Supermarkt. Trotz dass ich beide Hände frei hatte, hatte ich einen schweren Karton in der Hand und versuchte diesen etwas umständlich auf die hintere Ablage meines Fahrrads zu befestigen, als mir ein Mann entgegen kam und „Warten Sie, ich helfe Ihnen“, sagte.  Ich habe mir also helfen lassen und dankte ihm freundlich, als er meinte: „Das ist aber ziemlich praktisch.“ Ich dachte er meint meine Variante mit dem Karton und dem Rad und redete darüber, dass das leichter sei so zu transportieren. „Nein, ich meine das Telefon in ihrem Tuch…“ (welches ich vergessen hatte) „…sieht echt cool aus, ne Art Freisprechanlage! Vielleicht sollte ich mir beim Einkaufen auch ein Tuch umbinden. Dann kann ich in Ruhe einkaufen und meine Kinder während dem Einkauf händeln.“ Er lachte herzlich und wirklich freundlich während er ernsthaft darüber nach dachte, dass das eine gute Idee ist das so zu machen! 

 

Weiter war ich in einem Cafe in dem man, um die Kuchen- und Tortenangebote sehen zu können zum Tresen vor laufen muss. Ich legte meine Sachen ab und lief also vor als mich die Bedienung ansprach ob ich denn zu den Kuchen und Torten vorlaufe. Ich bestätigte worauf  sie sagte, ich solle mich von ihr begleiten lassen. Ich fand es etwas seltsam, denn ich hatte keine Idee wieso sie mich zum Tresen begleiten wollte. Als wir vor dem Tresen standen dann:
„So, als diesen Kuchen und den dahinten rechts sollten sie nicht essen, da sind sowohl Gelatine als auch Alkohol drin. Bei den beiden hier  ist nur Alkohol enthalten, und diese Torte beinhaltet  Gelatine. Den Rest können Sie beruhigt essen. Ich wollte Sie nur nach vorne begleiten um Ihnen das sagen zu können, nicht dass sie aus Versehen etwas bestellen, in dem Alkohol und/oder Gelatine ist.“
Ich war erstaunt und auch etwas emotional berührt. Wie zuvorkommend, aufmerksam und freundlich diese Dame war!

Ich schreibe sehr oft aus negativ- und Diskriminierungserfahrungen heraus. ich mache leider auch oft negative Erfahrungen, so dass mich schöne Erfahrungen immer ganz besonders berühren. Doch schlechten Dingen soll immer eine gute Sachen folgen, damit das Schlechte nicht im Vordergrund steht.

Ich habe heute sehr schlechte und traurige Dinge gelesen von MitbürgerInnen, die nicht einsehen möchten, dass muslimische Menschen in Deutschland auch ihre MitbürgerInnen sind. Aber ich möchte  heute nicht über diese traurigen Erfahrungen schreiben, sondern auch etwas aus selbsttherapeutischen Zwecken  über zwei schöne und erfreuliche Begegnungen, um dem Schlechten wenigstens heute  keinen Raum zu geben.

 

Ich wünsche meinen christlichen Freunden, Bekannten und LeserInnen besinnliche, friedliche und mit Liebe gefüllte Weihnachten!
Möge Liebe über unsere Herzen, Licht über unsere Seelen und Wissen über unseren Verstand herrschen.

6 Gedanken zu „Kopftuchgeschichten zu Weihnachten.“

  1. Als ich das mit dem Handy im Kopftuch feststecken zum ersten Mal gesehen hatte, habe ich auch wie der Mann gelacht und fand es megapraktisch. Ich bin nicht muslimisch aber jetzt im Winter erinnerte ich mich an den Trick als ich eine eng anliegende Mütze anhatte. Wirklich praktisch :).

    Das mit Frau an der Kuchentheke hat mich auch gerührt. Wow!

    Wie gesagt bin ich keine Muslima kann aber deinen Texten immer gut folgen, denn es geht ja um respektvolles Verhalten. Ich kann es einfach nicht fassen, dass man jmd wegen seiner Religion respektlos behandelt. Mich freut dass du positives zu berichten hast heute 🙂

  2. mir gefällt dein Schreibstil sehr! ich freue mich über weitere Einträge von dir. Wünsche dir ebenfalls schöne und vor allem erholsame Feiertage 🙂

    lg

    vlt hast ja mal Lust bei mir vorbei zu schauen 🙂 –> culture-film.blogspot.de
    E.

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