Frauensolidarität über Grenzen hinweg.

Ich war in den letzen Wochen wieder oft auf Veranstaltungen über Feminismus. Manchmal als Sprecherin, manchmal als Moderatorin, und oft als Zuhörerin. Oft war das Thema auch –Frauensolidarität-.

Ich merke, wie die ganzen Diskurse und Geschehnisse in unseren Ländern auch am Zusammenhalt der Frauen kratzt. Als Kind und Jugendliche meinte meine Familie immer, ich sei eigentlich zu spät auf die Welt gekommen – ich sei eine „60er-Jahre Frau“, durch und durch. Um ehrlich zu sein: ich war immer sehr stolz darauf. Denn das hat mir gezeigt, dass das was ich bin und das was ich sein möchte, von innen auch nach außen strahlt. Ich war oft alleine mit all den Gedanken die ich hatte, alleine mit all dem Kämpfergeist den ich in mir trug, und Gott seis gedankt, immer noch trage. Doch habe ich mit der Zeit Frauen gefunden, die genau so denken, die genau so fühlen. Die jeden Tag den selben Kampf kämpfen wie ich. Und es macht mich glücklich und baut mich auf. 

Sätze wie „Eine Frau die ein Kopftuch trägt, kann keine Frauenrechtlerin/Feministin/Kämpferin sein“, sind mir da nur unverständlich. Mein Geist, meine Seele und teils meine Lebensaufgabe werden mir abgesprochen. Nur weil ich einer bestimmten Religion angehöre. Das lasse ich nicht zu. Das lassen wir nicht zu! 

Ich streite nicht ab, dass die muslimische Community viele Probleme hat. Dass uns viele Herausforderungen entgegen stehen. Das ich mich oft damit beschäftige zeigt allein ein Blick auf all meine Posts. Doch wir dürfen auch nicht abstreiten, dass unsere Gesellschaft, unserer Gesamtgesellschaft, das System in dem wir Leben viele Probleme hat, dass uns auch hier viele Herausforderungen entgegen stehen. Wir müssen reflektieren, uns unserer bewusst sein, und dementsprechend handeln. 

Deshalb war ich motiviert und voller Freude und Licht, als ich bei einer Gruppe von jungen Frauen über Feminismus, Intersektionalität und Diversität sprechen durfte. Ich durfte sprechen als Betroffene. Zu anderen Frauen, mit denen ich mich zusammen tun möchte. Und den Weg gemeinsam gehen möchte. 

Mein Appell an diesem Nachmittag und immer war und wird sein: 
Lassen wir uns nicht von medialen und politischen Diskursen leiten und uns auseinander dividieren. Lassen wir nicht zu, dass zwischen „guten“ und „schlechten“ Frauen* und/oder FeministInnen unterschieden und separiert wird. Stehen wir ZUSAMMEN! Denn nur eine Frau* versteht eine Frau*, und nur eine Frau* hilft der Frau* ihre Rechte zu erlangen und dafür zu kämpfen. Sonst wird sich keiner „erbarmen“. Es ist egal, welche Religion, sexuelle Orientierung, Herkunft oder sonst was eine Frau* hat, für die Sache der Gerechtigkeit müssen wir zusammen stehen!

Foto: Frauenpolitische Kommission Steiermark

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