#storytime

Ich treibe mich ja oft auf YouTube rum. Zum Einen weil es einige (wenige!) YoutuberInnen gibt die ich sinnvoll und cool finde und sie gerne verfolge, zum Anderen um einfach zu sehen, was sich vor allem junge Mädchen so auf YouTube anschauen.

Und hinter ein relativ neues Konzept auf YT bin ich immer noch nicht so recht gestiegen. #storytime nennt sich das.
Da erzählen YouTuberInnen schlimme, dramatische, traumatische Geschichten aus ihrem Leben, empören sich, weinen, schreien und geben die tiefsten Tiefen ihrer Seele jedem zum Reinschauen in die Finger.

Geschichten wie: Als mein Freund starb, Ich wurde vergewaltigt, Ich wurde geschlagen, Papa gestorben, Opas Tod hat mich gerettet,…

Ich frag mich, was das bringen soll. Man könnte jetzt mit dem Argument kommen, dass die Jugendlichen denen etwas ähnliches passiert ist, dann offener und besser damit umgehen können und/oder sensibler werden. Das denke ich aber nicht.
Ich finde allgemein diese Entwicklung auf Sozialen Plattformen in Richtung immer extremer, immer sensationeller wirklich wirklich gefährlich!

Vielleicht sollten wir uns öfter damit auseinander setzen was unsere Kinder und Jugendlichen sich im 5 Minuten Takt so rein ziehen und mit ihnen darüber sprechen!

Denn wenn eine Youtuberin ca. 20.000 Abos hat, und von diesen #storytimes lebt, da ein Titel mit „Opas Tod hat mir das Leben gerettet“ viele Klicks, in diesem Fall ca. 800.000 bringt, dann soll sie mir nicht erzählen, es habe einen sozialen oder pädagogischen Mehrwert. Und auch die Youtuber: eure Zuschauer sind keine Therapeuten. Wenn ihr Dinge verarbeiten müsst, die euch wirklich scheiße geprägt haben, dann sucht euch professionelle Hilfe. Das 14 Jährige Mädchen, das vor dem PC sitzt und dank euch schon aussieht, sich kleidet und schminkt, gibt, redet wie eine 20 Jährige mit Minderwertigkeitskomplexen wird euch da nicht viel weiter helfen können.

Natürlich, die Klicks eurem Konto aber schon.

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