Der (andere) Himmel.

gaziantep sonnenuntergang

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In Gaziantep, in der Türkei, da gibt es keine Spitzdächer. Es gibt gerade Dächer, umrandet durch kurze Mauern, dass man nicht fällt.

Im Sommer, da schlafen wir auf den Dächern. Also ich, in der Zeit, als ich dort war. Vor kurzer Zeit. Die ich herbei sehne.

Und dann, nachts, da liegt man auf den Dächern, auf Matratzen auf dem Boden und hat mitten in der Nacht einen so klaren Himmel vor sich mit eine Milliarde Sterne und man sieht nach oben, wenn man da liegt, und möchte nicht schlafen weil es so schön ist, dass einem die Augen tränen und man das Schönste auf der Welt möchte, weil man einen Vorgeschmack darauf bekommen hat.

Und man sehnt sich Menschen herbei, die man liebt. Denn die Schönheit ist nicht alleine zu genießen, ist nicht alleine zu lieben.

Und beim Sonnenuntergang – da ist es so, als würde man die ganze Macht Gottes, vor sich haben. Und die Schönheit Gottes sich durch seine Schöpfung auf die wundervollste Art und Weise preis gibt.

Als ob der Himmel die Quran Zeilen rezitiert die diese beschreiben auf die göttlichste Art die es nur gibt.

Und zu Seinen Zeichen gehört die Schöpfung der Himmel und der Erde…“ Al-Shura:29

Die Vögel, die zu einer bestimmten Zeit von ihren Züchtern frei gelassen werden und die in Gruppen ineinander fliegen und wieder auseinander gehen, als würden sie tanzen.

Ich bin oft auf diese Dächer geflüchtet, vor dieser Welt, vor dem, was mich hier erwartet hat, und habe beobachtet. Die Zeichen Gottes, in allem was er schuf – auf die göttlichste Art die ich jemals sah!

Ich vermisse das. Den anderen Himmel.

Ich vermisse die Laute der Kinder die auf der Straße spielen, mit Nichts.

Und die Berge, alles braun! Und den Sand und die Kinder, die rennen und rennen  und man weiß nicht wieso und wohin, und man rennt hinterher und sie haben eine Wasserstelle entdeckt.

Ich habe das alles wie in einem Traum wahrgenommen.

Die Töne, die Kinder, die Natur.

Meine Sinne waren nicht so wie hier – in Deutschland. (Meiner Heimat)

Sie waren gespitzt und meine Seele, mein Herz und mein Geist – ihre Tore waren geöffnet. So offen, wie ich sie noch nie geöffnet hatte.

Und in diesen Toren sind sie hineingeströmt – die Sehnsucht nach der Liebe, die Erkenntnis Gottes in jedem Blick und Atemzug, der Schmerz und die Freude.

Und nun sind sie in mir – die Tore sind wieder geschlossen.

Und die Angst, dass sie verblassen…

Ein Gedanke zu „Der (andere) Himmel.“

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